Beim ältesten Stadtmarathon der Welt gab es zwei Bombenanschläge. Innerhalb weniger Sekunden detonierten zwei Bomben, töteten drei Menschen (darunter einen Acht jährigen Jungen) und verletzten rund 180 Menschen. Viele davon so schwer, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden mussten. Noch weiß niemand, wer dafür verantwortlich ist. Es ist schon traurig, dass ein so glücklicher Anlass, bei dem Menschen aller Nationen friedlich zusammenkommen, derart sabotiert wird. Die Bilder und Videos sind schockierend, wenn auch nicht neu. Das schnellste soziale Netzwerk der Welt – Twitter – überschlug sich natürlich wieder mit Meldungen. Ich kam nicht umhin, die entsprechenden Hashtags zu verfolgen. Die Solidarität, welche den Opfern und ihren Familien zuteil wurde, ist überwältigend. Doch sollte man dabei nicht vergessen, dass tagtäglich überall auf der Welt, aber ganz speziell in Kriegsgebieten (in den von den USA geschaffenen Kriegsgebieten), Menschen durch Anschläge ums Leben kommen oder schwer verletzt werden. In Gegenden, wo die medizinische Versorgung nicht die beste ist. Viele Zivilisten kommen durch terroristische Anschläge, aber auch durch kriegerische Handlungen seitens der USA ums Leben. Hören tut man von ihnen nur wenig. Vielleicht, weil all das schon zur traurigen Normalität geworden ist.
Ich persönlich mache auch einen Unterschied, ob wir von einem Kriegsgebiet sprechen (egal, wer hier aus welchen Gründen den Krieg angefangen hat) oder von einer friedlichen, multinationalen Veranstaltung. Ich heiße es nicht gut, was im Irak oder Afghanistan passiert und mir tun all die Menschen leid, die dort zu leiden haben. Ganz klar. Ich muss aber auch sagen, dass meine Gedanken momentan bei den Menschen in Boston sind. Kein Kriegsgebiet, lediglich der Schausplatz eines Marathons. Ich kann mein Mitleid nicht ins Unendliche aufteilen. Niemand dieser Menschen dort oder in den Kriegsgebieten haben das verdient, was ihnen passiert ist. Ja, man sollte in den Medien nicht so reißerisch und einseitig berichten. Aber ändern werde ich diesen Umstand nicht. Ich schaue mir auch Webseiten an, die die Ereignisse in Syrien, Afghanistan oder Irak thematisieren und näher betrachten. Dort werden die Opfer des ungerechten Krieges gezeigt, dort wird über Greultaten berichtet, welche die Amerikaner begehen. Ich kann aber nicht alle Amerikaner über einen Kamm schweren. Was in Boston passiert ist, hat mit den Kriegen nichts zu tun, hat mit den Greultaten nichts zu tun. Es ist eine eigenständige Sache, die mich betroffen macht. Niemand sollte das Opfer von Terrorismus werden.
Ich stehe dazu, dass mich momentan die Geschehnisse in Boston mehr interessieren, als in Afghanistan. Gleichzeitig weiß ich aber auch von misshandelten, mit Säure verstümmelten Frauen, die Schreckliches durchmachen mussten, weil sie sich nicht zwangsverheiraten wollten. Frauen, bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Von ihnen berichtet kaum einer. Ich weiß von Frauen, die brutal von amerikanischen Soldaten vergewaltigt wurden, von Menschen aus Guantanamo, von kleinen Kindern, die ihren Eltern entrissen wurden, nachdem sie zusehen mussten, wie die eigene Mutter vergewaltigt wurde. Von Geschwistern, die dann berichten, dass ihr kleiner Bruder tot auf die Straße geworfen wurde (und auch hier waren Amerikaner wohl im Spiel). Ja, es sollten mehr Menschen davon wissen und die Mainstremmedien werden sich hüten, hier etwas zu berichten. Dafür habe ich aber meinen eigenen Kopf und meine eigene Meinung. Und obwohl ich diesbezüglich so manches Mal auf die Amerikaner spucken möchte, ich kann sie nicht alle in einen Topf werfen. Außerdem waren viele der Marathonteilnehmer keine Amerikaner. Es ist schließlich ein Event, bei dem die unterschiedlichen Nationalitäten zusammen kommen.
Da ich nun einmal nicht an allen Stellen gleichzeitig Trauer, Wut und Betroffenheit empfinden kann, geht mein Mitleid heute an Boston. Basta.
Petition für einen Hobbit
Um mal zu etwas leichterer Kost zu kommen. Es wurde eine Petition ins Leben gerufen, die MTV dazu auffordert, sich bei Martin Freeman zu entschuldigen und ihm vor allem einen Award auszuhändigen. Ja, ich weiß, ist doch alles etwas albern, nicht wahr? Wir haben andere Sorgen, oder? Sicherlich, aber die Ringer haben nicht bis in die frühen Morgenstunden gekämpft, damit Martin Freeman nicht seine verdiente Anerkennung bekommt. Der Mann ist ein weltklasse Schauspieler und Bilbo Beutlin in der Tat eine heldenhafte Figur. Der Award wurde mit der Macht des Ringes gewonnen und verdammt nochmal MTV, rück die goldene Popcorntüte raus!
Wer sich also via Twitter an der Petition beteiligen möchte (und schön mit Hash #Justice4Bilbo tweeten), der besuche diese Seite: http://twitition.com/jzg3e
So einfach lassen wir MTV nicht davon kommen!